Markownikow-Regel
bzw.:
Das H-Atom wird bei einer HX-Addition immer an das H-reichere C-Atom angelagert.
Diese Regeln sind leicht verständlich, wenn man sich die gebildeten zwischenstufen anschaut: bei der Additionsreaktion entsteht eine kationische Zwischenstufe. Die positive Ladung ist aber an einem dreifachsubstituierten C-Atom besser stabilisiert (Hyperkonjugation; +I-Effekt der Alkylgruppen) als an einem zweifachsubstituierten (und an dem besser als an einem primären C-Atom).
Die Regel gilt also nur, wenn man unsubstituierte Verbindungen hat. Sind zum Beispiel an die Doppelbindung stark elektronegative Substituenten gebunden (-> -I-Effekt), dann kann es zur anti-Markownikow-Addition kommen.
Wie substituiert wird hängt also immer von der gebildeten Zwischenstufe ab, und wie gut diese stabilisiert ist.
Bei einem unsubstitierten Alken kann man HX auch anti-Markownikow addieren, indem man eine radikalische Substitution durchführt. Bei dieser Reaktion greift das Chlorid-Radikal zuerst an (und nicht der Wasserstoff). Es ensteht wieder die stabilere Zwischenstufe - die gleiche wie bei der kationischen Addition, nur daß diesmal statt eiben Proton ein Chlor addiert wurde.
| Zusätzlich zu der hier online verfügbaren Namensreaktionen könnt Ihr auch die ganze Liste als PDF herunterladen. |
Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Schleifenbaum und Thomas Wohlhaupter
